Interview

23. 09. 2016

 

Astrid Felguth ist Buch- Autorin.
Sie hat ein Buch in Leichter Sprache geschrieben.
Sie hat ein schwieriges Thema gewählt.
Aber ich finde: Es ist ein wichtiges Thema.

Das steht in der Einleitung vom Buch:

 

„Es gibt eine Geschichte von der Nazi-Zeit.
Das ist die Zeit von 1933 bis 1945.

Die Nazi-Zeit war grausam.
Viele Menschen wurden damals ermordet.
Auch Kinder wurden ermordet.
Darum kann das Buch traurig oder wütend machen.

Die Geschichte ist ein Beispiel für die Nazi- Zeit.
Weil die Nazi- Zeit war überall
in Deutschland und Österreich.“

 

 

Liebe Astrid, ich möchte mit dir über dieses Buch sprechen.
Aber zuerst möchte ich dich ein wenig vorstellen:

Vor 12 Jahren hast du angefangen: Du hast Texte in Leichte Sprache übersetzt.
Wie bekannt war die Leichte Sprache damals?
Was haben die Leute zu deiner Arbeit gesagt?

 

Damals war die Leichte Sprache nicht so bekannt.
Der Verein Mensch zuerst e.V. hat die Leichte Sprache bekannter gemacht.
Dann haben Fach-Leute für Leichte Sprache zusammen gearbeitet.

Im Jahr 2006 haben die Fach-Leute das gegründet:
Netzwerk Leichte Sprache.
Darum ist die Leichte Sprache heute bekannt.

Am Anfang haben wenige Leute etwas
über meine Arbeit gesagt.
Weil die Leichte Sprache nicht bekannt war.

Menschen mit Lernschwierigkeiten haben etwas zu meiner Arbeit gesagt.
Zum Beispiel:
Wie der Text besser zu lesen ist.
So habe ich viel gelernt.

 

 

Zuerst hast du Texte übersetzt. Später hast du selber ein Buch geschrieben.

In deinem Buch „Was war los in Hohehorst?“ geht es um die Nazi-Zeit.
In dieser Zeit sind viele schlimme Dinge passiert.

Warum hast du dir dieses Thema ausgesucht?

 

Ich finde das sehr wichtig:
Was war die Nazi-Zeit?
Das war eine grausame Zeit.
Damals passierten sehr viele Verbrechen.

Ich finde, das müssen viele Menschen wissen.
Heute leben wir in einem freien Land.
Aber damals war das anders.
Das darf nie wieder passieren.
Darum sollen viele Menschen mehr über die Nazi-Zeit wissen.

 

 

Wenn man so ein Buch schreiben will, muss man einiges über die Nazi-Zeit wissen. Wie hast du dir Informationen über diese Zeit geholt?

 

In meinem Buch geht es darum:
Was war ein Lebensborn-Heim in der Nazi-Zeit?

So habe ich die Informationen bekommen:
Ich habe sehr viel gelesen.
Bücher von Fach-Frauen.
Die Fach-Frauen heißen:
Dorothee Schmitz-Köster
und Gerda Engelbracht.

Dann habe ich viel nachgedacht.
Dann habe ich mir überlegt,
was ich in meinem Buch schreiben will.

Dann habe ich die Fach-Frauen das gefragt:
Arbeiten Sie am Buch mit?
Die Fachfrauen haben das gesagt: Ja.
Das war wichtig.
Denn so haben die Fach-Frauen geschaut, dass alles Wichtige stimmt.

 

 

Hast du beim Schreiben an eine bestimmte Leser-Gruppe gedacht?

 

Ich habe an diese Leser-Gruppe gedacht:
Menschen mit Lernschwierigkeiten
und Menschen mit Leseproblemen.
Und ich habe an Menschen gedacht, die viele Gefühle haben und nett sind.

 

 

Gibt es etwas, das beim Schreiben schwer für dich war?

 

Schwer für mich war, dass ich an sehr viele Dinge denken musste.
Zum Beispiel:

Der Inhalt muss stimmen.
Der Inhalt soll leicht zu verstehen sein.
Und der Text soll gut geschrieben sein.

 

Gibt es etwas, das besonders leicht oder angenehm war?

 

Das Schreiben der Geschichte hat mir Freude gemacht.
Und mir zu überlegen, welche Fotos ich nehme.

 

 

Wie lange hast du an dem Buch geschrieben?

 

An dem Buch habe ich 3 Jahre lang gearbeitet.
Also, mit Lesen, Überlegen, Schreiben und dann gibt es noch vieles anderes.

Zum Beispiel:
einen Verlag finden.
Ein Verlag kümmert sich um alles, damit es das Buch geben kann.

Dann habe ich diesen Verlag gefunden:
Mabuse-Verlag.
Der Verlag hat auch mit am Buch gearbeitet.
Also, ein Buch ist sehr viel Arbeit.

 

 

Wer waren deine Prüf-Leser?

 

Einige Prüfer und Prüferinnen haben geprüft.
Die Prüfer sind von 2 Büros für Leichte Sprache:

Büro für Leichte Sprache und Barriere-Freiheit in Osnabrück
und
CAB Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH
Fach-Zentrum für Leichte Sprache

 

 

Kennst du Leute, die das Buch schon gelesen haben? Was sagen sie darüber?

 

Einige Leser kenne ich.
Die meisten Leser haben mir das gesagt:
Das ist ein gutes Buch.
Das Buch ist spannend.
Danke, jetzt weiß ich Bescheid über die Nazi-Zeit.

Wenige Leser haben gesagt:
Das gefällt mir nicht.
Das ist mir zu wenig Inhalt.

Das waren Leser, die keine Leichte Sprache brauchen.
Aber diese Leser können andere Bücher lesen.
Das ist für mich in Ordnung.

 

Das Buch gibt es schon seit Juni 2015.
Ganz neu ist: Man kann das Buch jetzt auch als E-Book kaufen.
(Ein E-Book hat keine Papier-Seiten. Man liest es am Computer oder am Smart-Phone).

Damit hattest du noch einmal viel Arbeit. Warum ist es wichtig, dass es auch ein E-Book gibt? Ist das andere Buch nicht genug?

 

Für einige Leser ist das gedruckte Buch genug.
Aber für einige Leser nicht.

Darum gibt es das E-Book:
Einige Leser haben mich danach gefragt.

Denn diese Leser haben zum Beispiel das:
Körper-Behinderung in den Händen.
Diese Leser können das Buch nur am Computer lesen.
Das geht nur mit einem E-Book.

Oder eine blinde Frau wollte das Buch lesen.
Sie sagte mir das:

Wenn es dein Buch als E-Book gibt,
dann kann ich mir das Buch vorlesen lassen.
Zum Beispiel mit dem Computer oder diesem Handy:
Smart-Phone.

Und einige Menschen mit Lese-Problemen habe mir das gesagt:
Ich kann Texte besser am Computer lesen.

Darüber habe ich mit dem Mabuse-Verlag geredet.
Dann hat sich der Mabuse-Verlag sehr viel gearbeitet.
Denn ein E-Book mit sehr vielen Bildern ist schwer.

 

 

Was wünschst du dir für dieses Buch?

 

Ich wünsche mir für das Buch,
dass es gelesen wird.
Das Buch soll Gutes tun.
Und das geht nur,
wenn es gelesen wird.

 

 

Zum Schluss möchte ich fragen:

Planst du noch mehr mit der Leichten Sprache? Willst Du noch mehr Bücher schreiben?

 

Ich schreibe gerade an 2 Büchern in Leichter Sprache.
Da suche ich gerade Verlage.
Ich hoffe, dass das klappt.
Denn die Bücher liegen mir am Herzen.

Das eine Buch ist eine ausgedachte Geschichte für Jugendliche und Erwachsene.
Die Geschichte soll Spaß machen und Stoff zum Nachdenken geben.

Das andere Buch ist ein Buch für Kinder.
Das ist eine märchenhafte Geschichte, wo es auch um Natur-Schutz geht.

Das Buch können auch Erwachsene vorlesen.
Zum Beispiel:
Erwachsene mit Leseproblemen.

Mehr verrate ich nicht.

 

 

Liebe Astrid, danke für diese Einblicke in deine Arbeit!

Das finde ich gut: Du warst bereit, über dieses schwierige Thema zu schreiben. Dadurch erfahren mehr Menschen etwas über die Nazi-Zeit.

Das gefällt mir auch: Jetzt haben noch mehr Menschen etwas von dem Buch. Weil es das Buch auch als E-Book gibt.

[Hier geht es zur Internet-Seite vom Verlag mit Infos zum Buch.]

Ich wünsche dir, dass du für die 2 anderen Bücher bald einen Verlag findest! Denn es ist schön, wenn wir viele Bücher in Leichter Sprache haben.

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser,
deine Meinung interessiert uns.

Was denkst du über Bücher in Leichter oder in Einfacher Sprache? Hast du schon einmal so ein Buch gelesen? Kennst du vielleicht sogar das Buch von Astrid Felguth?

Im Kommentar-Feld kannst du etwas dazu schreiben.

 

Text:

Fragen von Gudrun Nilius (Wort-Marie)

Antworten von Astrid Felguth

Beitrags-Bild

von Astrid Felguth