17.07.2018

 

Es gibt eine Landschaft, die mir nicht fehlt. Normalerweise.

Wenn ich in so einer Landschaft bin, merke ich: Nach dieser Landschaft habe ich keine starke Sehnsucht. Ich brauche diese Landschaft nicht immer.

Aber irgendwie hat sie mir doch gefehlt. Denn jetzt bin ich da. Und ich spüre: Ich genieße diese Landschaft. Sie tut mir gut.

An welchem Ort geht es mir so?

 

Ich erzähle gleich mehr davon.

Vorher berichte ich aber von etwas anderem. Von Landschaften, die ich gut kenne und die ich mag:

 

Das ist zum Beispiel die Gegend, in der ich aufgewachsen bin:

Eine Gegend mit Bergen, Hügeln und auch flachen Gebieten. Man hat Berge um sich, aber nicht überall und nicht ganz nah. In manche Richtungen begrenzen Berge den Blick. In andere Richtungen kann man weit schauen.

Es ist nicht Hochgebirge und es ist auch nicht flaches Land. Eine gute Mischung.

Ich mag diese Gegend sehr. Dort habe ich einen Lieblingsberg. Man sieht ihn vom Haus meiner Eltern aus. Dieser Anblick ist ein Stück Heimat für mich.

 

Später habe ich lange in der Großstadt gewohnt. In der Stadt und um die Stadt herum gibt es viel Grün. Rund um die Stadt gibt es ein paar Hügel. Ansonsten ist die Landschaft ziemlich flach.

Ich habe mich dort sehr wohlgefühlt. Aber jedes Mal, wenn ich in meiner alten Heimat auf Besuch war, habe ich mich über die Berge gefreut.

 

Noch später bin ich in eine andere Gegend gezogen. Hier wohne ich auch jetzt noch. Zum großen Teil ist es eine hügelige Landschaft mit viel Wald.

Auch diese Landschaft mag ich gern. Aber immer noch ist es so: Wenn ich in der alten Heimat auf Besuch bin, freue ich mich über die Berge.

 

Und nun komme ich zurück zu den Gedanken vom Anfang:

Es gibt eine Landschaft, die mir normalerweise nicht fehlt. Und trotzdem schätze und genieße ich sie sehr.

Welche Landschaft ist das nun?

 

Es ist das Gebirge.

In einer Gebirgslandschaft bin ich umgeben von vielen hohen Bergen. Die Berge sind ziemlich nah. Wenn ich sie betrachte, geht mein Blick über Felsen, Alm-Wiesen und Wald. Auf den höchsten Gipfeln liegt auch im Sommer Schnee.

So mitten im Gebirge bin ich nicht oft. Doch da war ich schon mehrere Male. Erst vor kurzer Zeit im Urlaub.

 

Ich habe nie in so einer Gegend gelebt. Das wünsche ich mir auch nicht. Durch die vielen Berge entsteht eine gewisse Enge. Der Blick in die Weite fehlt. (Außer, man steigt auf einen Berg hinauf.) Die Berge nehmen auch Sonnenlicht weg, vor allem im Herbst und im Winter. Es gibt länger und mehr Schnee und Kälte als in anderen Gegenden.

Es ist für mich keine Landschaft, in der ich dauerhaft wohnen möchte. Doch vor Kurzem habe ich wieder einmal – nicht zum ersten Mal – gemerkt:

 

Wenn ich einige Tage in den Bergen bin, fühle ich mich sehr wohl.

Die Berge tun mir auf eine einmalige Weise gut.

So mächtig und still und schön, wie sie da stehen. Seit unglaublich langer Zeit.

So ursprüngliche und kraftvolle Natur.

So klare und würzige Luft.

So ein herrlicher Blick ins Tal, wenn man ein Stück bergauf gestiegen ist.

So ein guter Ort, um Ruhe zu finden.

 

Und dann empfinde ich es so: Das ist eine Landschaft, die mir nicht fehlt. Normalerweise.

Und trotzdem tut mir diese Landschaft spürbar gut. Sie tut in der Tiefe gut. Zeitweise.

Für mich ist es eine Landschaft zum Erholen und zum Auftanken.

 

Und danach kann ich gut wieder wegfahren. Mit dem Wissen, dass mir das  Gebirge in den nächsten Monaten nicht fehlen wird. Und gleichzeitig mit der Vorfreude darauf, irgendwann wiederzukommen. Irgendwann wieder für eine begrenzte Zeit mitten in den Bergen zu sein.

Und dann kann ich wieder diese besondere Landschaft sehen, ihre Pflanzen und ihre Luft riechen. Ich kann Natur erleben und wandern. Ich kann auftanken und genießen.

Wie schön.

 


 

Hast du mit irgend einer Landschaft ähnliche Erfahrungen gemacht? Dass du gut dort sein, aber auch gut weg sein kannst?

Wie geht es dir in den Bergen?

Ich freue mich über deine Gedanken. Du kannst sie ins Kommentar-Feld schreiben.

 


 

Das Beitragsbild zeigt Bad Hofgastein im Salzburger Land/Österreich.