04.11.2016

 

Q – Z

 

Q wie QUIZ

 

Ein Quiz (man sagt: Kwiss) ist ein Ratespiel.

 

Hier habe ich ein kleines Quiz über Einfache Sprache:

 

Ich schreibe einige Sätze auf.

In manchen Sätzen stehen richtige Aussagen. In anderen Sätzen stehen falsche Aussagen.

Am Anfang von jedem Satz steht eine Zahl.

 

Wenn du beim Quiz mitspielen willst:

Schreib die Zahlen von den richtigen Sätzen unten ins Kommentar-Feld. Mehrere Sätze können richtig sein.

Die Lösung schreibe ich später auch zu den Kommentaren.

 


Hier sind die Sätze vom Quiz. Was ist richtig? Was ist falsch?

 

1.  Das Wichtigste bei der Einfachen Sprache sind kurze Sätze.

 

2.  Einfache Sprache macht man hauptsächlich für Kinder.

 

3.  Der Sinn von Einfacher Sprache ist: Texte leicht verständlich machen.

 

4.  Wer in Einfacher Sprache schreibt, darf keine Fremdwörter verwenden.

 

5. Es gibt verschiedene Textarten in Einfacher Sprache. Zum Beispiel Romane, Nachrichten, Museums-Information, Gedichte.

 

6.  Wer in Einfacher Sprache schreibt, achtet auch auf die äußere Form. Dazu gehören Buchstabengröße, Zeilenabstände, Schriftart, Absätze.


 

 

R wie RICHTLINIEN

 

Für Einfache Sprache gibt es keine eindeutigen Regeln.

(Das ist anders bei Leichter Sprache. Für sie gibt es festgelegte Regeln. An die muss man sich halten, wenn man Texte in leichter Sprache schreibt. Das Netzwerk Leichte Sprache hat sie hier aufgeschrieben.)

 

Für Einfache Sprache gibt es aber Richtlinien. Man muss sich nicht streng daran halten. Es ist aber gut, wenn man viele Richtlinien beachtet.

 

Das ist ein Teil von den Richtlinien:

 

–         Eher kurze Sätze verwenden. Nicht mehr als einen Nebensatz schreiben. Hauptsätze sind leichter verständlich.

 

–         Einfache Wörter verwenden. Wenn doch schwierige Wörter vorkommen, hilft eine Erklärung.

 

–         Schwierige Grammatik-Formen möglichst weglassen.

(Grammatik bedeutet: Sprach-Aufbau oder Sprach-Regeln)

 

–         Redewendungen oder Wortspiele weglassen. Den Text so schreiben, dass man ihn wörtlich nehmen kann.

 

(Ein Beispiel:

„Morgenstund‘ hat Gold im Mund“ ist eine bekannte Redewendung. Man muss aber wissen, wie das gemeint ist. Man darf diesen Spruch nicht Wort für Wort so nehmen, wie er da steht. Es geht nicht um eine frühe Stunde, die ein Goldstück zwischen den Zähnen hat. Es geht darum, dass der Morgen eine gute Tageszeit ist.)

 

–         Den Text gut gliedern:

 

Dazu gehört eine logische Gedankenfolge. Schritt für Schritt erzählen oder erklären.

Dazu gehört auch eine übersichtliche Gestaltung (mehr dazu beim Buchstaben G in Teil 1).

 

Eine ausführlichere Auflistung von den Richtlinien für Einfache Sprache gibt es von der Agentur ‚Klar und deutlich‘. Auch Beispiele sind dabei. (Der Richtlinien-Text ist nicht in Einfacher Sprache.)

 

 

S wie SELBSTSTÄNDIG

 

Wer mit Sprache umgehen kann, wer schreiben und lesen kann:

Der kann selbstständig leben.

 

Er kann sich Information holen (zum Beispiel im Internet).

 

Er kann sich ausdrücken und etwas erklären (zum Beispiel beim Arzt).

 

Er kann mitbestimmen (zum Beispiel bei politischen Wahlen).

 

Er kann sich mit anderen austauschen (zum Beispiel bei einem Elternabend).

 

Er kann seine Freizeit schön gestalten (zum Beispiel mit dem Lesen von Büchern).

 

Er muss nicht immer andere fragen und bitten. Er muss sich nicht so sehr auf andere verlassen.

Die Selbstständigkeit macht Menschen freier, unabhängiger und zufriedener.

 

Dazu leistet die Einfache Sprache einen Beitrag.

 

 

T wie THEORIE

 

Theorie bedeutet: Man denkt über ein Thema nach. Man betrachtet das Thema von verschiedenen Seiten.

 

Man stellt Fragen und sucht dazu Antworten. Man will etwas genau wissen.

 

Man schreibt etwas darüber auf.

 

Das kann man auch bei Einfacher Sprache machen.

 

Ein Beispiel:

Auf die Frage: „Für wen ist Einfache Sprache?“ gibt es schon Antworten. Dazu haben schon viele etwas geschrieben.

(Auch beim Buchstaben Z wie Zielgruppe steht etwas darüber.)

 

Man kann aber weiter und genauer fragen:

 

Stimmt das wirklich? Kann man das genauer untersuchen?

Ist Einfache Sprache tatsächlich für diese Personen interessant und nützlich?

 

Warum brauchen/wünschen diese Personen Einfache Sprache?

An welchen Stellen machen ihnen andere Texte Probleme?

 

Und brauchen sie nur Texte in Einfacher Sprache oder auch andere Texte?

Brauchen sie alle die gleiche Einfache Sprache?

 

Und so weiter…

 

Wenn man genauer fragt, bekommt man genauere Antworten.

Man lernt das Thema gründlicher kennen.

 

Man erfährt noch mehr über Einfache Sprache.

Man kann sie noch besser machen oder noch gezielter verwenden.

 

Beide sind wichtig: Theorie und Praxis (dazu mehr beim Buchstaben P in Teil 2). Zusammen machen sie Einfache Sprache richtig gut.

 

 

U wie UN-KONVENTION

 

UN oder UNO steht für Vereinte Nationen. Die Vereinten Nationen sind ein Zusammenschluss von vielen Ländern auf der Welt.

 

Eine Konvention ist eine Vereinbarung.

 

UN-Konvention bedeutet also, dass viele Länder zusammen etwas vereinbart haben. Sie haben etwas miteinander ausgemacht und gesagt, dass sie sich daran halten.

 

Es gibt so eine Vereinbarung über die Rechte von Menschen mit Behinderungen.

Deutschland, Österreich, die Schweiz und viele andere Länder haben zugestimmt.

 

[Vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gibt es den Text von der Vereinbarung in Leichter Sprache.]

 

In dieser Vereinbarung steht:

Alle Menschen sollen die gleichen Rechte haben. Alle Menschen sollen beim Zusammenleben in der Gesellschaft dabei sein und mitmachen können.

 

Für Menschen mit Behinderungen gibt es manchmal Nachteile und Hindernisse. Das soll nicht mehr so sein. Die Hindernisse soll man entfernen.

 

Das Leben soll für alle barrierefrei sein. Barrierefreiheit soll es zum Beispiel in Gebäuden, in Bussen und in der Sprache geben.

 

Für die Sprache heißt das: Sprache muss für alle zugänglich sein. Für jeden muss es eine passende Sprach-Form geben.

 

Mehr dazu gleich beim Buchstaben V:

 

 

V wie VERSTEHEN

 

Verstehen ist ein Menschenrecht.

 

Verstehen hat zwei Seiten:

  1. Andere sprechen oder schreiben so, dass es für mich verständlich ist.
  2. Und ich kann mich selbst ausdrücken und mich anderen verständlich machen.

 

Anders gesagt:

  1. Ich verstehe.
  2. Und man versteht auch mich.

 

Das Verstehen auf beiden Seiten ist eine Grundlage für alle anderen Rechte von Menschen.

Nur wenn das Verstehen da ist, kann man auch andere Rechte nützen. Zum Beispiel das Recht auf Arbeit, das Recht auf Bildung, das Recht auf freie Meinung.

 

Wer nicht genug versteht, ist ausgeschlossen.

Er kann nicht richtig mitmachen.

Das darf nicht so sein. Das ist gegen die Menschenrechte.

 

Darum muss es verständliche Sprache für alle geben.

Manche Menschen brauchen zum Verstehen die Gebärdensprache. Oder die Blindenschrift.

Oder die Leichte Sprache. Oder die Einfache Sprache.

 

Diese Sprachformen helfen mit, dass Sprache für alle verständlich ist.

 

(Die Idee zum Abschnitt V wie VERSTEHEN habe ich von Marianne Schulze. Sie hat im Buch „Leicht Lesen. Der Schlüssel zur Welt“ ein Kapitel geschrieben. Es heißt ‚Verstehen als Menschenrecht‘. Die Herausgeber von dem Buch sind Klaus Candussi und Walburga Fröhlich. Das Buch ist 2105 im Böhlau-Verlag in Wien erschienen.)

 

 

W wie das WESENTLICHE

 

Einfache Sprache kümmert sich um das Wesentliche.

Um das Wichtige und um das Grundsätzliche.

Um das, was im Mittelpunkt steht.

 

Sie wählt meistens direkte Wege. Sie macht kaum Umwege.

 

So ist es. So geht es.

So fühlt es sich an. So will ich es.

So muss es sein. So machen wir es.

 

Man muss nicht rätseln: Ist es so gemeint oder anders?

Man muss sich nicht fragen: Wie war das jetzt genau?

 

Einfache Sprache legt das Wesentliche offen. Sie schafft Klarheit.

 

 

X und Y

 

Mit X und Y fangen nur wenige Wörter an. Mir ist nichts eingefallen, was zur Einfachen Sprache passt. Wenn du einen Vorschlag hast: Schreib ihn ins Kommentar-Feld!

 

 

Z wie ZIELGRUPPEN

 

Zielgruppen sind Menschengruppen, die man mit der Einfachen Sprache erreichen will. Für sie vor allem sind Texte in Einfacher Sprache gemacht.

 

Dazu gehören

 

–         Menschen, die Lesen und Schreiben irgendwie gelernt haben. Es fällt ihnen aber schwer. Sie können es nicht so gut, wie sie es brauchen. Ihr Können im Lesen und Schreiben reicht nicht für alle Lebensbereiche. (Man nennt diese Gruppe auch funktionale Analphabeten).

 

–         Menschen, die noch nicht gut lesen können. Zum Beispiel Jugendliche, die selten lesen. Oder Personen mit einer anderen Muttersprache, die Deutsch erst lernen. Dazu zählen auch Geflüchtete.

 

–         Menschen, die nicht mehr gut lesen können. Sie werden dabei schnell müde oder können sich nicht lange konzentrieren. Das kann beim Älter-Werden oder bei manchen Krankheiten vorkommen.

 

–         Menschen mit einer (starken) Hörschädigung oder Sehschädigung

 

Es kann sein, dass nicht alle Menschen aus diesen Gruppen Einfache Sprache lesen wollen.

Es kann sein, dass auch Menschen aus anderen Gruppen gern Einfache Sprache lesen.

Wichtig ist, dass es Einfache Sprache als Angebot gibt. (Mehr dazu beim Buchstaben A in Teil 1.) Aber man soll damit niemanden festlegen.

 

 

Von Q-Z:

Das war Teil 3 von meiner Aufzählung. Teil 3 ist der letzte Teil von der Serie „Einfache Sprache von A bis Z.“

 

[Teil 1 findest du hier.

Teil 2 findest du hier.]

 

Denk daran: Du kannst beim Quiz mitmachen.

 

Oder möchtest du mir etwas mitteilen?

War etwas Neues für dich dabei? Hast du noch Fragen?

Bist du mit allen Aussagen einverstanden? Oder hast du eine andere Meinung?

 

Ich freue mich über einen Austausch mit dir.