03.01.2017

 

Das neue Jahr hat vor Kurzem angefangen. Ich habe gleich an den ersten Tagen etwas ausprobiert:

Ich wollte mich weniger hetzen. Ich wollte alles ruhiger machen.

Ich wollte absichtlich langsamer sein.

 

So war die Situation:

Wir sind am 31. Dezember spät abends vom Urlaub zurückgekommen.
Am 01. Januar war gleich vieles zu tun:

Koffer und Taschen auspacken und wegräumen.
Post durchschauen, Wäsche waschen.
Einkaufsliste machen, alles für den nächsten Tag vorbereiten.
Aufschreiben, was in der nächsten Zeit zu tun ist:

Telefonate, Arbeit am Schreibtisch und am Computer, Besorgungen, Wege zur Sparkasse, Apotheke, Buchhandlung … und so weiter…

 

Am 02. Januar mussten mein Mann und mein Sohn wieder zur Arbeit und zur Schule.

Ich hatte noch frei. Trotzdem hat an diesem ersten Werktag nach den Ferien Arbeit auf mich gewartet. Zahlreiche Dinge waren vorzubereiten und zu erledigen.

 

Ich bin innerlich unter Druck.

Ich mag solche vollen Tage nicht. Vor allem nicht, wenn man vom Urlaub heimkommt und sich gleich um so viel kümmern muss. Wenn alles gleich wieder schnell gehen muss.

Lieber mag ich es so: Es ist einiges zu tun, aber ich kann mir Zeit lassen. Ich kann es Schritt für Schritt und in Ruhe machen.

 

Die vollen Tage empfinde ich als stressig. Ich mache viele Handgriffe und erledige Sachen gleichzeitig. Ich fange etwas an und mache es nicht gleich fertig. Weil mir etwas anderes einfällt, das ich auch machen muss. Ich laufe hin und her.

Innerlich komme ich unter Druck. Ich denke an das Viele heute und in den nächsten Tagen. Ich merke: Es ist eine Menge zu tun und ich habe wenig Zeit.

Ich muss mich beeilen. Trotzdem schaffe ich nicht alles. Ich bin angespannt und hektisch.

 

Wie kann ich es mir leichter machen?

Dieses Mal wollte ich das nicht so haben. Ich wollte etwas anders machen. Ich wollte die Situation angenehmer gestalten.

Ich habe mir vorgenommen:

Ich mache alles langsam und nacheinander. Ich will möglichst viel Ruhe bewahren. Ich will nicht durch den Tag hetzen. Ich will auch nicht über die viele Arbeit jammern.

 

Die Dinge einfach machen. Ohne Trödeln. Aber auch ohne Eile. In einem Tempo, das mir guttut. So viel erledigen, wie ich schaffe.

 

Wenn ich merke, ich brauche eine Pause: Mir die Zeit dafür nehmen.

Abends Schluss machen mit der Arbeit. Zufrieden sein mit dem, was gemacht ist. Nicht schon mit Unruhe an morgen denken.

 

Mir weniger Gedanken machen.

Anfangen. Eins nach dem anderen machen. In meinem Tempo.

 

Was denkst du? Ist es mir gelungen?

Die Antwort ist: Es hat nicht ganz geklappt. Aber es ist mir ziemlich gut gegangen.

Manchmal passiert noch etwas zusätzlich. Ungeplant und unerwartet. So war es auch an diesen Tagen. Da sind die Stress-Gefühle zwischendurch hochgekommen.

 

Aber die meiste Zeit ist es mir gelungen:

Ich bin ziemlich ruhig geblieben. Ich bin nicht so sehr aus meinem inneren Gleichgewicht gekommen.

Ich habe weniger so gedacht:

‚Was MUSS ich alles machen? Ich will nicht so viel machen. Schaffe ich das überhaupt alles?‘

Ich habe mehr so gedacht:

‚Das sind meine Aufgaben heute. Ich fange an. Ich mache weiter. Ich mache, was ich kann. Und ich mache es in dem Tempo, bei dem ich mich wohlfühle.

 

Merkst du den Unterschied?

In den ersten Gedanken ist das Müssen ganz groß. Und der innere Widerstand. Und die Last.

In den zweiten Gedanken nehme ich es, wie es ist. Ich schaue nicht auf den ganz großen Aufgaben-Berg. Ich schaue auf das Erste und dann auf das Nächste.

Ich erlaube mir, schneller oder langsamer zu sein. So, wie es sich bei dieser Arbeit oder in diesem Moment gut anfühlt.

 

Innehalten und Wahrnehmen tut gut.

Ich habe auch bewusst zwischendurch mit meinen Tätigkeiten aufgehört.

Ich habe aus dem Fenster geschaut. Ich habe gesehen, wie das Wetter ist. Ich habe den Baum vor dem Fenster betrachtet. Und den Himmel.

Ich habe beachtet, wie es mir gerade geht:

Bin ich müde? Möchte ich etwas trinken? Ist mir kalt? Will ich im Moment lieber im Stehen arbeiten oder im Sitzen? Brauche ich ein bisschen frische Luft?

 

Das hat gutgetan. Das Innehalten und Wahrnehmen:

Da sind nicht nur die vielen Aufgaben und Tätigkeiten.

Da ist auch meine Umgebung. Die ist heute so.

Da bin auch ich. Ich bin heute so.

Aus dem allen will ich einen guten Tag machen.

Mit Arbeit. Mit Zeit. Mit Aufmerksamkeit. Mit Ruhe.

 

Schon der Plan hat mir geholfen.

Ich glaube: Schon der Plan hat mir geholfen.

Schon die Idee, dass man es anders machen kann. Dass ich es anders machen will.

Schon der Gedanke hat geholfen: Die Aufgaben und die Arbeit bleiben gleich viel: Egal, ob ich unter Druck bin oder nicht.

Schon die Entscheidung hat geholfen: Ich will es leichter nehmen. Ich will es mir leichter machen.

 

Es war eine gute Erfahrung.

 

 

Hast du schon ähnliche Erfahrungen gemacht?

Was hilft dir, wenn du unter Druck bist?

 

 

[Beitrags-Bild von PourquoiPas (über pixabay)]