01. März 2016

 

In den letzten Monaten sind sehr viele Flüchtlinge gekommen. Nach Europa und in unser Land.

Sie haben ihr Heimatland verlassen, weil dort Krieg oder eine andere Not ist. Jetzt leben sie bei uns.

 

Fast jeder von uns trifft sie irgendwo. Auf der Straße, beim Arzt. Beim Einkaufen, in der Schule. Oder sogar als neue Nachbarn.

 

Ich schreibe heute nicht für die, die gegen Flüchtlinge sind. Ich schreibe nicht für die, die Flüchtlinge nicht bei uns haben wollen.

 

Auch an eine andere Gruppe wende ich mich nicht als Erstes: An die Menschen, die schon Kontakt mit Flüchtlingen haben. An die Menschen, die sich einsetzen und helfen. Es ist schön, dass sie das tun. Es ist menschlich. Es ist wichtig.

 

Ich schreibe heute für die, die alles beobachten. Und zögern. Sie fragen sich vielleicht: Kann ich auch etwas tun? Und denken dann: Doch lieber nicht.

 

Sie haben Mitgefühl für die Menschen. Aber sie wollen ihnen nicht so nahe kommen.

 

Dafür kann es verschiedene Gründe geben:

Sie haben auch sonst nicht viel Kontakt zu anderen.

Sie sind unsicher, wenn etwas fremd ist.

Sie wissen nicht, was genau sie tun können.

Sie haben wenig Zeit oder Kraft.

Sie fürchten, dass man ihre Hilfe zu lange braucht.

 

Geht es dir auch so?

Dann möchte ich dir heute sagen:

 

Du musst nichts Besonderes, nichts Großes machen.

Mach es wie sonst auch.

Geh mit den neuen Mitbürgern um wie mit den alten.

 

Du kennst sie nicht?

Wenn du normalerweise Leute auf der Straße grüßt: Grüße sie ebenfalls.

Wenn du auch sonst auf Kinder zugehst: Lächle die Kinder an und sprich mit ihnen.

Wenn sich jemand mit dem Fahrkarten-Automaten nicht auskennt: Zeig, wie es geht.

 

Du kennst sie schon ein bisschen?

Winke freundlich aus dem Auto. Oder nimm sie ein Stück mit.

Sag ein paar Worte über das Wetter. Wenn es mit Worten nicht geht: „Sprich“ mit den Händen und mit dem Gesicht.

Lobe die schönen Blumen vor ihrer Haustür.

 

Verhalte dich so, wie du dich anderen gegenüber immer verhältst.

 

Denkst du jetzt: Solche Kleinigkeiten? Was bringt das? Wem hilft das?

 

Ich sage: Das ist wichtig. So zeigst du: Ich sehe dich. Du bist hier. Ich bin hier. Wir leben an diesem Ort zusammen. Jeder gehört dazu.

 

Man sucht sich Nachbarn oder Kollegen nicht aus. Sie sind eben da. Und wir sind alle Menschen. Mit-Menschen. Das merkt man an unserem Verhalten.

Auch an kleinen Dingen.

Auch auf diese Art kann man sagen: Willkommen!

 

[Beitrags-Bild von jnylee (über pixabay)]