21.10.2017

 

“Weniger ist mehr”. Das ist ein Sprichwort.

Das passt nicht immer. Aber für mich passt es oft. Für mich stimmt es in vielen Bereichen.

In der letzten Zeit habe ich einige Einladungen zu Wiedersehens-Treffen bekommen: Zum Treffen mit meinen früheren Mitschülerinnen. Zu einem großen Familientreffen. Zu einem Treffen mit Leuten, die ich aus meiner Studienzeit kenne.

Diese Treffen sind in Österreich. Ich wohne aber schon lange in Deutschland. Ein weiter Weg liegt dazwischen.

 

Außerdem hat es in den letzten Monaten mehrere Möglichkeiten für berufliche Fortbildungen gegeben. Es waren interessante Sachen dabei. Viele waren in Deutschland, aber die meisten auch weit weg von meinem Wohnort.

 

In solchen Fällen kann ich nicht an einem Tag hin und zurück fahren. Ich muss zwei oder mehr Tage dafür einplanen und über Nacht bleiben.

Wenn ich zu so einem Treffen oder so einer Fortbildung fahren will, muss ich viel überlegen und organisieren:

 

Kann ich und will ich mir dafür freinehmen?

Welche Termine sind sonst noch in diesen Tagen und Wochen? Ist alles zusammen zu viel oder kann ich es gut schaffen?

Wie lange dauert die Fahrt? Bekomme ich eine günstige Zugverbindung?

Wie lange bleibe ich? Wo übernachte ich?

Wer kümmert sich daheim um meinen Sohn (wenn er nicht mitkommen kann und wenn mein Mann das nicht übernehmen kann)?

 

Aus diesen Gründen wähle ich aus:

Was mache ich, was lasse ich sein?

Wo möchte ich sehr gern dabei sein? Was ist mir wirklich wichtig?

Was ist im Moment ungünstig oder unmöglich? Wo stört es mich nur wenig, wenn ich es versäume? Wo sind mir der Aufwand und die Anstrengung zu groß?

Gibt es vielleicht eine zweite Möglichkeit? Findet eine ähnliche Veranstaltung noch einmal statt?

 

Und dann entscheide ich: Ich fahre oder ich fahre nicht.

 

Ich habe oben von 3 Treffen erzählt:

Ich habe eines davon mitgemacht, das Klassentreffen. Das war gut. Die anderen beiden Treffen habe ich abgesagt. Das ist auch gut.

Das Familientreffen ist alle 2 Jahre. Ich finde es nicht schlimm, dass ich nicht jedes Mal dabeisein kann. Aber in 2 Jahren möchte ich gern versuchen, hinzufahren.

 

Vor Kurzem war ich bei einer beruflichen Tagung, in einer Stadt, die nicht ganz so weit entfernt ist. Die Fahrt dauert zwei Stunden. Ich konnte an einem Tag hin und zurück fahren.

Am Abend vorher hat es auch schon eine Veranstaltung gegeben, die ein Teil dieser Tagung war. Da habe ich noch nicht teilgenommen. In diesem Fall wollte ich nicht dort übernachten. Es war möglich, auch nur für den einen Tag zu kommen.

Manchmal gibt es auch diese Möglichkeit: Man macht nicht alles mit, sondern nur einen Teil.

 

So merke ich: Immer wieder wähle ich aus. Immer wieder entscheide ich:

Was mache ich, was lasse ich?

Was ist im Moment passend für mich?

Was ist gut, was ist zu viel?

Oft erlebe ich dabei, dass es für mich stimmt: “Weniger ist mehr.”

 


 

Wenn ich meine anderen Texte durchschaue, fällt mir auf: Mit dem “Weniger” beschäftige ich mich gern.

Zum “Weniger Haben” habe ich hier etwas geschrieben:

Platz schaffen macht frei.

Dazu passt auch dieser Text:

Schon wieder was kaputt. Und jetzt?

Zum “Weniger Machen” gibt es die Artikel

Lust auf viel Programm? und

Ich möchte Langeweile haben.

 

Wenn das “Weniger” auch dein Thema ist, hast du also einiges zum Lesen. Viel Freude dabei! 🙂

 


 

Magst du ins Kommentarfeld schreiben, ob es dir ähnlich geht wie mir?

Oder du erzählst von anderen Erfahrungen. Vielleicht heißt es für dich eher: “Je mehr, desto besser”?

 

 

 

[Beitragsbild von Skitterphoto (über pixabay)]